Denyce Grefa. Studentin.

Viel Zeit vor dem Computer

Ducht die Corona Krise wurde mein Studium als Umwelt Ingenieur an der Universität in Puyo mit einer weiteren Hürde zusätlichen erschwert. Finanziell waren meine ersten Jahre im Studium sehr schwierig, denn meine Familie kann mich mit nur ganz wenig Geld unterstützen und kleine temporär Arbeiten neben dem Studium sind sehr spärlich und decken nur einen kleinen Teil meiner Lebenskosten. 

Seit Juli habe ich die Möglichkeit mit SABER Y CRECER im Studentenhaus Pakashka Sacha mein Studium online weiterzuführen. Für Materialkosten und ein kleines Sackgeld hilft mir im Moment noch ein Job als Kellnerin an Wochenenden im Restaurant meiner Schwester.

Wie das nächste Semester sein wird, ob online oder wieder vor Ort an der Universität, wissen wir bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht. Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass ich trotz den schwierigen Umständen mein Studium weiterführen kann.

Danke für die Unterstützung.

Student. Byron Chimbo

Online Studium

Ich weiss nicht was mich in der Zukunft erwartet, aber ich hoffe es wird etwas Gutes sein und ich freue mich darauf.

Im Juni 2017 habe ich die Aufnahmeprüfung für Umweltingenieur und der Universität Estatal in Puyo bestanden. Ich war unsicher, denn ich wusste nicht was mich erwarten wird. Und heute sind doch schon 3 Jahre verflossen und mein Wissen ist enorm gewachsen. Diesen März, durch die Pandemie stand ich zusammen mit all meinen Klassenkameraden for einer neuen Herausforderung. Im Mai dieses Jahres, nach einer längeren Pause, wurde der Unterricht auf’s Internet verlagert. Anfangs war diese neue Art von Unterricht sehr gewöhnungsbedürftig, jedoch war ich froh, dass das Studium so weitergeführt werden konnte.
Im Moment absolviere ich mein sechstes Semester und es fehlen nur noch 4 weitere Semester zum Abschluss.

Die Massnahmen der Quarantäne sind streng und einschränkend, jedoch scheint alles wieder in eine neue Art von Normalität zurückzukehren.
Seit dem Anfang der Pandemie wohne ich, zusammen mit Sigi und meinen Mitstudenten, Denyce und Vicente, im immer noch unfertigen Studentenhaus von SABER Y CRECER „Pakashka Sacha“ in Tena.

Ich habe viele Ambitionen und Ziele. Mit und in der Natur leben enspricht mir. Jedoch weiss ich, dass ich nach dem Studium mich spezialisieren will und mein Wissen weiter expandieren will. Vielleicht mit einem Auslandaufenthalt.

Für Personen die draussen in den indigenen Gemeinden aufwachsen, ist es aus finanziellen Gründen fast unmöglich einen Universitätsabschluss zu erreichen. Aber dank der Mithilfe von Personen, von SABER Y CRECER und dem Studenten Pakashka Sacha, können sich viele junge Leute hier diesen Traum und dieses Ziel erfüllen. Ein Erfolg der auch die indigenen Familien und Gemeinden stärkt und wachsen lässt.

Je nach Baulärm und Internetempfang muss man sich flexibel geben.
Zusammen mit Familie und Freunden draussen in der Gemeinde.

Student. Vicente Pizango.

Mit Blick ins Grüne lernt man besser 🙂

Dies ist mein zweiter Sprachkurs dank der Unterstützung von SABER Y CRECER. English A2 ist eine Herausforderung für mich. Montag bis Donnerstag besuche ich je einen Kurs von 90 Minuten in Tena aber seit mitte März wurde der Kurs aufgrund der Pandemie auf das Internet verlegt. 

Schlechte Internet Verbindungen und der fehlende Kontakt mit den Klassenkameraden bietet eine weitere Herausforderung. 

Doch nichts desto Trotz, mir gefällt das Lernen, die Englische Sprache und jede Lektion bringt mich einen Schritt weiter, zum Ziel, einwandfrei Englisch sprechen zu können. 

Denn ich weiss, dass mir eines Tages dieses Wissen, mir als zukünfitger Touristen Guide, zugute kommen wird. 

Herzlichen Dank für die Unterstützung.

Biketour zum Fluss Yanayaku

Stück für Stück Einzelanfertigungen

Gnonzalo beim Bau von Geländer

PAKASHKA SACHA wird bestimmt kein Norm-Haus. Die meisten Bauteile wie Türen, Fassade, Fenster, Geländer, Badezimmermöbel etc werden auf der Baustelle von Grund auf produziert.

Viele Sachen werden ganz einfach nicht, oder zu weit weg vorfabriziert. Auch sind wir hier im Amazonas natürlich an der Quelle von vielen natürlichen Baumaterialien wie Holz-, Bambus etc. Somit wird die Herstellung kostengünstiger und eigentlich auch Nachhaltiger, denn es wird gleich Vorort hergestellt.

Zeitlich wird die Bauphase dadurch natürlich verlängert. Auch was Genauigkeit angbelangt, darf man natürlich keine grossen Schweizeransprüche erwarten. Aber genau diese kleinen Ungenauigkeiten geben dem ganzen Gebäude einen ganz individuellen Charm und spezielle Atmosphäre.

Willkommen im Studentenhaus PAKASHKA SACHA

Bauen mit Bambus

Ziel des Studentenhauses ist nicht nur durch Bildung zu unterstützen um dadurch nachhaltiges Verhalten zu fördern, sondern auch um nachhaltige Verhalten vorzuleben. Das Studentenhaus wurde dementsprechend mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes geplant und gebaut.

Ein Grossteil des Hauses wurde mit dem Baustoff Bambus erstellt. Bambus ist eine schnell wachsende Pflanze und liefert einen dauerhaften, flexiblen und extrem starken Baustoff. Für einen Grossteil der Anwendungen im Studentenhaus wurde dieser genialen Baustoff genutzt (Fassaden, Türen, Geländer, etc). 

Dieses hier einheimische Baumaterial, haben wir daher auch auf dem Grundstück von PAKASHKA SACHA angebaut. Somit werden wir in der nahen Zukunft zu unserem eigenen Baumaterial Lieferant. Innerhalb von 6 Jahren sollte dieser Bambus für allfällige Renovations,- oder Erweiterungsarbeiten bereit sein.

Um guten Bambus zu finden sind wir, mit der Unterstützung der Nachbarn, durch den Wald gestreift um gute Bambuspflanzen aufzusuchen und auszugraben. Zwanzig solcher Setzlinge wurden danach auf dem Gelände von PAKASHKA SACHA angepfanzt. 

Mit dieser Aktion wurden zusätzlich unsere Kontakte zu den Nachbarn gepflegt, ein kleines Einkommen für diese generiert und das ganze war ein kleiner, abenteuerreicher Ausflug durch die Wildnis für mich.

Mithelfen

Reflektion des Studentenhauses im kleinen Bächlein vor dem Haus

Teil des Vertrages zwischen den Studenten und der Organisation ist, dass sich jeder bei Hausarbeiten, aber auch bei Arbeiten im und um das Haus eingeben muss.
Im Haus sind das Arbeiten wie Abwaschen, Kochen, putzen etc. Dafür gibt es einen Einsatzplan. Es freut mich jedoch immer wieder wenn Projekte auf Initiative der Studenten angepackt werden. 
Auf dem Grundstück gibt es verschiedene kleine Bächlein. Es wurde der Wunsch eingebracht kleine Teiche zu erstellen zum baden, aber auch um den Wasserfluss besser zu regulieren. So wurde in der Freizeit mit Schaufel und Muskelkraft viel Erde verschoben und kleine herrliche Wasserschwellen und Teiche kreiirt.

Der Wunsch eines Studenten ist es momentan, die Wanderwege auf dem Grundstück zu erweitern. Auf seinem lieblings Bergabschnitt erstellt er nun einen herrlichen Waldpfad Wo nötig werden mit Materialien aus dem Wald Treppen und gar kleine Brücken erstellt.

Auch ein Froscheteich wurde auf eigene Initiative gegraben. Dadurch entstand in perfektes kleines Biotop. Ein idealer Platz zum Reptilien zu beobachten und zum entspannen.
Und so erweitert sich die Umgebung um und im Haus zu einem angenehmen, einladenden Zuhause.

Wir bleiben motiviert.

Endspurt (hoffentlich)

Ein Traum nimmt konkrete Formen an. Seit dem Februar 2020 ist das Studentenhaus Pakashka Sacha im Bau. Der Weg zum Start war lang, denn erst musste ja eine Zufahrststrasse durch schwieriges Gelände realisiert werden. Und der Beginn der Pandemie im März liess die Arbeiten für fast 3 Monate zum erliegen kommen. Glücklicherweise konnten wir eine Bodega für die Bauarbeiter auf dem Grundstück erstellen und somit die Arbeiten, wenn auch in reduzierter Form, weiterführen. Das Hauptproblem war die Zulieferung von Baumaterialien. Und dies noch bis zum heutigen Zeitpunkt. Noch immer fehlen Materialien wie Dach, die auf Grund der Produktionsengpässe nicht ausgeliefert werden können.
Zeitpunkt der Fertigstellung ist auf Ende August geplant. Und ich sehne mich nach diesem Datum. Denn seit April wohnen wir auf dieser Baustelle.

Steile Zufahrts-Strasse

Fertig betoniert

Von der Hauptstrasse zum neue Studenten-Haus mussten wir eine 200 m lange Zufahrtsstrasse erstellen, dies durch schwieriges Gelände und zum Teil über das Grundstück des Nachbars. Per Gesetz ist ein solcher Zugang über andere Grundstücke, hier in Ecuador, erzwingbar. Das heisst, nur auf einer Grenzlinie und nur je 2 m per Grundstück. Dies ergibt also eine Strassenbreite von maximal 4 m. In unserem Fall bedeudete dies starke Anstiege und steile Böschungen. Und genau der erste Teil es Anstieges bereitete immer wieder Probleme. Starke Regenfälle und unbegabte Autofahrer haben die Strasse immer wieder von neuem ausgewaschen.

Die Lösung war im Bereich des Anstieges, ca 50 m, eine armierte Zementplatte zu erstellen.

Eine weitere ungeplante, aber unumgehbare Investition. innerhalb von 3 Tagen haben das tüchtige Team von 6 Personen diese Arbeit bestens erledigt. 

Die Arbeiten wurden heute Samstag fertiggestelle und ab Montag dürfte der Zugang, verbessert und einfachstens befahrbar, wieder zur Verfügung stehen.

Haltstelle PAKASHKA SACHA

Der grosse Vorteil des Standortes vom Studentenhaus Pakashka Sacha ist, dass es draussen im Primerwald ist, abgeschottet von Lärm und Ablenkung, jedoch ist es per Bus in 10 Minuten von Tena aus erreichbar. 

Fast alle 20 minuten rollt ein Urbano, Stadt-Bus, nach Tena und dies nur 200 m weg weg vom Haus. Um die Wartezeit etwas angenehmer und vorallem in manchen Fällen trockener zu halten wurde durch die beiden Mitarbeiter, Fausto und Edgar ein Bushäuschen gebaut. Die beiden liessen dabe ihrer Fantasie freien Lauf.  

Vielen Dank und angenheme Reise.

Telefonanschluss

Klar, Guinea Chimbana ist etwas abgelegen und nicht gleich im Zentrum vom Tena. Und gerade deswegen ist ein Internet/Telefonanschluss umso wichtiger. Cnt, vergleichbar mit der Swisscom in der Schweiz, ist verpflcihtet allen Bürgern einen Anschluss zu garantieren. Aber dafür sind stundelanges Warten angesagt. Nach 90 Minuten,kurz vor Schalterschluss bin auch ich bedient worden. 

Der höfliche Beamte beantwortete meinen Antrag: Da kann ich leider nicht helfen. Das kann nur die Chefin beantworten und diese ist im Moment nicht hier. 

Glücklicherweise kenne ich die Chefin persönlich. 

Also wende ich mich per Telefon persönlich an Sie. «Klar, werde sofort alles in die Wege leiten» Ich mag nicht diesen Weg zu gehen aber ich habe keine Lust mehr weitere Stunden mit im Schlangen-Stehen zu verbringen.
Hoff es Klappt

Letzte Bauphase

Das Haus nimmt konkrete Formen an. Die Grundstruktur steht und es fehlt eigentlich nur noch an der Fertigung des Innenausbaus und Umgebungsarbeiten. Die Beendung der Konstruktinsarbeiten ist bis Ende Juli geplant. Aber wie heute wieder passiert … nur 2 der 10 Arbeiter kamen zur Arbeit. Keine Lust, keine Zeit, Krank, was immer auch … Dies macht eine Planung sehr schwerig.

Auch das Studententeam wird nun wieder grösser. Vier Personen nutzen zurzeit die Unterstützung von Studentenhaus, obwohl das Haus noch alles Baustelle ist.
Vicente besucht den Kurs Englisch A2 für sein Tourismus Studium, Byron und Denise studieren Umweltingenieur und ein vierter Student wird mit einer Kochlehre beginnen.
Da wir ja noch kein Internet haben müssen alle Studenten für den Online Unterricht nach Tena. Dies ist etwas beschwerlich, jedoch mit den neuen Fahrrädern und nun seit einer Woche mit erneuter Busverbindung, ist dies kein Problem.

Strom, kaltes Wasser und 3 fertiggestellte Zimmer erlauben, zwar in lärmigem und staubigem Ambiente, hier draussen zu wohnen. Die herrliche Umgebung hier draussen in der Natur kompensieren jedoch alles.  

Inmitten dem allem hat mich ein Moment speziell fasziniert. Umgeben von surrenden Maschinen, laut schallender lateinischer Musik und dem emsigem Treiben ertönen die schrillen Rufe der Tukane. Es gibt hier rund ums Haus sehr viele dieser wunderschönen Vögel. Vorallem Morgens und Abends hört man deren schrille Rufe Quiii Quiii Quiii. Und während dem emsigen Tun antworten die Handwerker zurück mit: Quiiii Quiiii Quiii.
Alles im Einklang 🙂

Auf das Rad gekommen

Rückfahrt von Misahaulli nach Tena

Bei den noch 2 verbliebenen Studenten wurde der Schulunterricht auf das Internet verlegt. Tönt toll aber Internetzugang ist hier im Regenwald nach wie vor keine Selbstverständlichkeit.
Im neuen Studenten Haus versuche ich schon seit längerem einen Internetzugang zu erhalten. Die Corona Krise hat dieses Unterfangen noch zusätzlich erschwert.
In Tena, 6 km von hier in meiner alten Wohung gibt es jedoch einen guten Internetzugang.
Die Lösung war Fahrräder Für diese Distanz das perfekte Transportmittel. Was noch dazukommt ist die körperliche Ertüchtigung die einen idealen Ausgleich zum Studium vor dem Computer ermöglicht. Und die perfekte Nebenwirkung? Beide Studenten haben für sich ein neues Hobby entdeckt. So wird das Fahrrad nicht nur für den Schulweg benutzt sondern auch für stundenlange wochenend Fahrradtouren. Die Bilder zeigen die Tour vom letzten Sonntag nach Misahualli, Puka Urku und zurück. Besuch bei deren Familien nach nun fast 4 Monaten. Eine 75 km Herausforderung durch den Regenwald, entlang dem Rio Napo die in die Muskeln geht.