Woche 6 auf der Finca

Becky agiert als Managerin und behält Überblick bei allen Arbeiten.


Der Zement ist angekommen, zusammen mit weiteren Baumaterialien und auch ein neues Team von Arbeitern. Unser neues Ziel ist es, das Haus zumindest auf einen bequemen, sicheren Grundstand zu bringen. Und dies bis Ende Mai. Den im Moment ist das Haus komplett offen und ungesichert. Die Haupteingangtür fehlt, der Garten ist uneingezäunt und all dies in diesen unsicheren Zeiten ist eher unangehem. Ich auf jeden Fall schlafe nicht sehr gut, obwohl wir Hunde vor Ort haben. Jedes kleinste ungewohnte Geräusch lässt mich aufwachen.
Wie gesagt. Ein tüchtiges Team lässt die Arbeiten rasch voranschreiten.
Um Zeit zu gewinnen schlafen die meisten Mitarbeiter auf der Finca in der Bodega.
Letzte Woche wollte ich eigentlich wie gewohnt für eine Nacht nach Tena um Einkäufe zu tätigen und meine administrativen Arbeiten zu erledigen. Aber es war absolut kein Transport auffindbar. Das zermürbt. Das Gemisch von dieser doch schwierigen Zeit und zusätzlich von Unzuverlässigkeit nervt.

Zur Zeit sind wir zu fünft auf der Finca. Täglich nehmen wir uns 2 Stunden um English und Mathematik zu üben. Arbeiten im Garten, Wegbau und Bachregulierungen nehmen einen weiteren Teil der Zeit in Anspruch. Und natürlich finden wir auch Zeit um die Hunde zu spazieren, zum Kochen und abends zum Kartenspielen.

Die Lage spitzt sich zu

Nach wie vor gibt es viel zu tun aber das Ende ist absehbar.


Es war nun die vierte Woche draussen auf der Baustelle. Immer weniger haben wir Lust auf unseren 2 tägigen Trip nach Tena um einzukaufen und um administrative Arbeiten zu erledigen. Die Stimmung in Tena wirkt jedes mal auch angespannter und ungemütlicher. Leute sind nervös und veränagstigt. Die Ausganssperre setzt langsam zu.
Die hat die Kriminalität extrem zugenommen. Auch bei uns draussen im Wald wurde eingebrochen. Gestohlen wurden aber nur Esswaren. Es zeigt mir das Leute kein Geld mehr haben um sich mit dem nötigsten einzudecken. Und das ist bedenklich.
Die Baustelle geht nur sehr langsam voran. Doch trotz allem hoffen wir das das Haus inklusive Umgebung bis Ende Mai fertiggestellt werden kann. Eine grosse Lieferung Zement ist auf jedem Fall unterwegs.
Wünsche allen gute Gesundheit und das dieses Virus uns bald verlässt.

Woche 3 auf der Baustelle

Langsam aber sicher schreiten die Arbeiten voran.

Der Staub und Dreck machen schon zu schaffen. Aber hier draussen ist mir um einiges wohler als in Tena selber.
In der Zwischenzeit haben wir, zwar immer noch provisorisch eingerichtet, Strom und Wasser im Haus. Das erleichter doch schon viel.
Nächste Woche wird eine Bestandesaufnahme gemacht und evaluiert was wir mit den vorhandenen Materialien noch alles erledigen können. Denn Nachlieferungen von neuen, wichtigen Baumaterialien ist immer noch nicht möglich.
Ziel ist es, mit den Materialien und Arbeitern die wir haben, so viel wie Möglich noch zu erledigen, und dann die Baustelle bis auf weiteres einzustellen. Ich hoffe, dass es genug sein wird um einigermassen bequem und sicher da wohnen zu können.
Das Haus in diesem Zustand einfach zu verlassen geht nicht, weil dadurch zu viel, bereits gemachtes, kaputt gehen würde.
Trotz allem bin ich sehr zuversichtlich. Ich hoffe dass sich diese Krise bald etwas legen wird, sodass wir mit dem Studentenprojekt weiterfahren können.
Rechne mit dem Schlimmsten und hoffe auf das Beste.

Arbeiten auf der Finca

Die Arbeiten auf der Finca schreiten voran.


Die Bauarbeiten sind wieder im Gange. Viele Mitarbeiter sind zurückgekehrt. Die meisten, weil sie einfach wieder ein Einkommen brauchen. Auf dem Grundstück haben wir daher eine Baubaracke erstellen lassen. Hier schlafen 3-6 Personen. Somit können die Ausgangsperre und die generellen Einschränkungen umgangen werden, und ungehindert weitergearbeitet werden. Denn nun müssen die Mitarbeiter nicht täglich anreisen.
Mein Ziel ist es das Haus so schnell wie möglich fertig zu stellen. Denn ein leeres, vorallem halbfertiges Haus draussen im Jungel zerfällt sehr schnell. Die Natur rundum ist sehr stark und nimmt sich schnell zurück was menschengemacht ist.
Auf der Baustelle kann ich nicht mithelfen, dafür bei den Umgebungsarbeiten. Letzte Woche habe ich zusammen mit den beiden Studenten eine sogenannte Chacra angelegt.

(CHACRA: Bedeutet Obstgarten oder Farm in den Amazonasgemeinden)
Chacra ist nicht nur einfach einGarten, Es ist ein Ort wo Symbolik, Spiritualität und Ritual zusammenwachsen und sich entwickeln. Der Garten bildet die zentrale Dimension der indigenen Familien. Bei einer Heirat bringt die Braut das Chacra in die Ehe. Denn es ist die Basis um eine Familie ernähren zu können. Dadurch werden Autarkie und Autonomie geschaffen, die historisch grundlegende Werte der indigenen amazonischen Gesellschaften sind.
Das Chacra ist eine nachhaltige Lebensachse für indigene Gesellschaften. Es ist wie ein Mikroterritorium. Gepflanzt werden Nahrungsmittel, Heilpflanzen und handwerkliche Utensilien, dies alles nachhaltig und im Einklang mit dem Regenwald.

Leben auf der Baustelle

Auch die Hunde versuchen beim Bau mitzuhelfen.

Es sind nun 10 Tage seit wir draussen auf der Baustelle wohnen. Das heisst, ich und die beiden Studenten Byron und Vicente.
Staubig und einfach, aber umgeben von berauschender Natur, Duschen draussen im Wald unter einem Wasserschlauch und das bei hier ungewohnten frischen Temperaturen ist gar nicht unangenehm. Abgewaschen wird draussen am gleichen Ort wo geduscht wird, und das Nachts unter einem makellosen Sternenhimmel. Das lässt alle Mühen vergessen. Das WC ist der Wald draussen, inklusive gratis Blätter-Tolettenpapier :-). ( Wir haben noch 6 Rollen zu verschenken)
Trotz Einschränkungen arbeiten die Handwerker täglich von 7:00 bis 13:00. Dann geht es für sie ab nach hause, da die Ausgangssperre ja um 14:00 beginnt. Einigen der Bauarbeiter nehmen einen Arbeitsweg zu Fuss bis zu einer Stunde in kauf. Herzlichen Dank
Hier draussen im Wald geht das Leben ziemlich unverändert weiter. Von all dem Coronaszeug ist fast nichts zu spüren. Zusammen mit den beiden Studenten wird Englisch geübt, Karten gespielt, mit den Hunden spaziert und Umgebungsarbeiten erledigt.
Nur wenn wir unsere wöchentliche zweistündige Stadt-Tena-Wanderung auf uns nehmen, spüren wir den Stress und die Spannung. Die Schlangen vor den Esswarenläden werden immer länger und strenger kontrolliert. Das gibt schon ein ungutes Gefühl. Alle mit Maske und Handschuhen ausgerüstet, das kreiiert schon eine komische Stimmung. Inzwischen gibt es 6 ofizielle Fälle hier im Kanton Napo.
Wir warten es ab. Mein Focus ist an der Fertigstellung des Hauses und dann hoffentlich die Weiterführung des Projektes.
Gute Gesundheit an alle.

Flucht in den Wald

Zwischen Baumaterialien, Baumaschinen und viel Staub gibt es auch ein Leben 🙂


Die Lage spitzt sich auch hier mehr und mehr zu. Bis vor einer Wochen waren wir hier noch verschont von all dem Corona-Zauber. Jedoch gibt es scheinbar viele Leute die illegal nach Napo kommen. Zu Fuss oder in Lieferwagen lassen sie sich einschmuggeln. Und nun seit ca. einer Woche haben wir auch 2 Fälle von Positiv getesteten Personen.
Die Stimmung und Spannung hier nimmt merklich zu. Die meisten wissen, wenn die Pandemie hier ausbricht ist der Staat kaum gerüstet.
Der Staat setzt auf strengste Prävention, D.h.
– Komplette Ausgangssperre von 14:00 bis 5:00 morgens.
– Alle öffentlichen Transporte sind stillgelegt.
– Autofahrten sind nur einmal pro Woche möglich. Die Endziffern des Nummernschildes definiert wer wann fahren darf.
– Samstag und Sonntag ist absolutes Fahrverbot.
– Esswaren-Geschäfte und Apotheken sind die einzigen offenen Lokale und diese dürfen nur mit Maske und Handschuhen betreten werden. Es darf nur 2 x pro Woche eingekauft werden. (Endzahl im Ausweis definiert wann genau)
Seit einer Woche wohnen wir draussen auf der Finca in dem halbfertigen Haus.
Improvisieren ist angesagt. Es gibt zwar Wasser und Strom und ein Zimmer im Haus können wir benutzen. Aber WC, Duschen, Telefon und Internet stehen nicht zur Verfügung.
Nichts desto trotz. Ich fühle mich viel wohler hier draussen. Täglicher Auslauf mit den Hunden, das Grundstück weiter entdecken, ausführen von Umgebungsarbeiten, all dass hält mich auf trab und gibt mir Ruhe.
Einmal die Woche wandern wir nach Tena (eine Stunde Marsch) um alle Einkaufe zu erledigen. Dass heisst früh am morgen aufstehen, Abmarsch, einkaufen und wieder zurück vor 14:00. Wenn wir Glück haben nimmt uns ein Fahrzeug mit.
Glück ist wenn man mit dem zufrieden ist, das man hat.
Bleibt gesund.

Stillstand – Bedenkzeit

Aktueller Stand des Haus Baus. 21.03.2020

Die weltweite Pandemie hinterlässt auch hier seine Spuren. Obwohl der Kanton Tena, Ecuador, noch nicht direkt betroffen ist, sind bei uns strengste Regeln ausgerufen worden. Keine Öffentlichen Verkehrsmittel, alle Läden, bis auf Essware und Apotheken, sind geschlossen, inkl Restaurants. Empfehlung ist es zuhause zu bleiben. Ausgangsperre herrscht von 19:00 bis 7:00 morgens. Alle öffentlichen Plätze, Touristenattraktionen sind geschlossen. Autosfahren ist durch Nummernschilder limitiert; Tage mit ungeraden Zahlen, Tage mit geraden Zahlen.
Hier im Regenwald werden diese Massnahmen sehr gut eingehalten. Zum Glück.
Keine Hamsterkäufe, keine Zankereien.
Der Hausbau ist natürlich deswegen in Verzögerung geraten. Glücklicherweise hat der Bauführer Vicente, genügend Material vorab eingekauft. Somit kann im reduzierten Tempo trotzdem weiter gearbeitet werden.


Auch hat es Nachwuchs gegeben in der Familie von SABER Y CRECER. 2 Puppie-Hunde, Vaco, ein Rüde und Becky, ein Weibchen, konnten heute zum ersten Mal ihr neues Heim beschnuppern. Es scheint zu gefallen.

Ich wünsche allen viel Optimissmus und Kraft.
Nehmen wir diese Pandemie als eine Herausforderung an.
Ich denke sie zwingt uns einmal vom hohen Pferd runter zu steigen, unser Leben mal genau anzuschauen, was wir tun und wie wir es tun, und gibt uns die Chance, unser Verhalten neu zu überdenken.

Die einheimische Bevölkerung hier draussen, spürt von all dem sehr wenig bis nichts. Für sie verändert sich kaum was.

Hausbau – Tour auf dem Grundstück

Während die Bauarbeiten auf Hochtouren laufen, wird auch rund um das Haus und auf dem gesamten Grundstück gearbeitet.
Erstmal wird aufgeforstet, da wo durch den Bau Bäume gefällt werden mussten. Es werden nur native Pflanzen erwogen, hauptsächlich Pflanzen die rar sind und Nutzpflanzen für Wildtiere und Inseketen in der Umgebung.
Auch haben wir begonnen ein Netzwerk für Waldlehrpfade zu erstellen.
Diese Streifzüge durch den Wald sind jedesmal abenteuerlich und bringen immer wieder neue Überraschungen mit sich, Höhlen, rare Pflanzen, Insekten und Vögel, Spuren von Wildtieren, etc.
Unser höchstes Ziel ist es die Natur rund um das Haus so unberührt wie möglich zu belassen.
Den sowas perfektes und harmonisches kann nur die Natur selber machen.

Erschliessung und Hausbau Februar 02

Teil des Arbeitsteams. Insgesammt arbeiten zur Zeit 15 Personen

Es ist erstaunlich zu sehen wie schnell die Arbeiten voranschreiten. Wie versprochen wurde letztes Wochenende das Dach montierte. Das heisst auch, dass nun schon zum Teil mit dem Innenausbau begonnen werden kann. Die Fliesen, Armaturen, Küche und Holztypen für Böden und Wände sind ausgesucht und bestellt und zum Teil schon angeliefert.
Leider gibt es Probleme in der Umgebung die zum Glück den Hausbau nicht beeinträchtigen.
Unsere Grenzmarkierungen werden kaputt gemacht und es gibt Anzeichen, dass diverse Bäume auf meinem Grundstück, markiert wurden. Markiert, um zu einem günstigen Zeitpunkt diese zu fällen und abtransportieren. Sowas ist hier in Ecuador höchst illegal, doch der Anreiz einen solchen Baum zu fällen und für gutes Geld zu verkaufen ist gross, und so ist auch die Nachfrage.
Ab sofort habe ich ein Team eingestellt, welches täglich mindestens einmal die Grenzen abläuft und eventuelle Problematiken sofort meldet.

Erschliessung und Hausbau FEBRUAR

Letzter Stock (4 OG) Vorbereitung für die Dachstuhlarbeiten

Der Bau des Hauses hat heute Samstag einen Höhepunkt erreicht, im wahrsten Sinne des Wortes.
Der höchste Punkt des Dachstockes wurde erreicht. (Aufrichte)
Der letzte Stock, eigentlich ein 4ter Stock, bildet ein Raum von 5,5 m x 3,0 m, der Wasserturm. Hier werden 2500 liter Wasser als reserve gefiltert und gespeichert. Das Trinkwasser aus der Umgebung ist eigentlich gutes Wasser, vorsichtshalber jedoch werden noch zusätzliche Filter montiert um eine einwandfreie Qualität des Wassers im Haus zu garantieren.
Wir hoffen bis morgen Sonntag das gesamte Dach decken zu können, um somit die Konstruktion gegen den Regen zu schützen. Denn der oft starke Regen hat uns immer wieder vor Herausforderungen gestellt.
Wir sind und bleiben im Zeitplan und freuen uns im April das neue Gebäude beziehen zu können.

Englishkurs für Vicente

Gemeinsames Unterschreiben der Verträge zur Unterstützung für den Englishkurs A1

Obwohl sich das Projekt momentan auf den Bau des Studentenhauses fokusiert, haben wir uns entschieden, Vicente für einen Kurs Englisch A1 zu unterstützen.
Vicente hat schon zusammen mit SABER Y CRECER den Kurs als lokaler Touristen Guide abgeschlossen. Der zusätzliche Englischkurs A1 wird Vicente, zusammen mit seinem Touristen Guide Kurs, eine gute Grundlage bieten, eines Tages ein selbständiges Einkommen zu generieren.
Der Volontär Peter, der das Projekt einen Monat lang begleitet hat und uns eine riesen Hilfe war, hat sich kurzfristig entschieden, den Kurs von Vicente zu finanzieren. Herzlichen Dank.
Vicente wird den 5 monatigen Englischkurs ende Juni abschliessen.

Erschliessung Hausbau JANUAR 2

Ein hoch motiviertes Team lässt die Arbeiten schnell voranschreiten.

Täglich erwarten uns neue Herausforderungen. Pläne habe ich zwar für das Haus erstellt, aber immer wieder fordern uns neue Überraschungen heraus. Hier wird viel spontaner gebaut als was wir uns in der Schweiz gewohnt sind. Das mag flexibel tönen ist aber auch sehr herausfordernd.
Diese letzte Woche wurden die Betonierarbeiten abgeschlossen und die nächste Woche sollte mit den Holzarbeiten angefangen werden. Teil des Holzes liegt schon bereit auf der Baustelle.
Es ist eine sehr strenge Zeit für mich, doch ein hoch motiviertes profesionelles Team und ein Traum der nun wirklich am wahr werden ist, geben täglich neue Energie.